Pferde - Wege zur Lebendigkeit

Pferde sind herausfordernd. Das fängt schon bei der Haltung an. Meine Vier halte ich in Eigenregie. D.h. tägliches Misten, Wasser schleppen, füttern, auf die Weide bringen und wieder zurück, putzen, zuhören, Fell kraulen usw. Arbeit noch und nöcher. ABER - und das ist das mir wert, ich lebe MIT meinen Tieren. Ich sehe sie beim Fressen, beim Dösen, beim Liegen, beim Toben, beim Streiten. Wenn sie krank sind und wenn sie unbändige Energie umtreibt. Ich liebe sie und ich ärgere mich über sie. Wir verstehen uns und wir mißverstehen uns (ja, mehr ich sie als umgekehrt). Ich mache mir Sorgen um sie und sie sorgen für mich. Wir sind eine Gemeinschaft mit allen Höhen und Tiefen.

Das Herausfordernste allerdings ist ihre bedingungslose Ehrlichkeit. Sie verstricken sich nicht in irgendwelche Geschichten und Illusionen. Sie reagieren auf mich wie sie sind und sie zeigen mir gnadenlos was wirklich ist, wenn ich ihnen was vom Pferd erzählen will. Sie helfen mir, aber sie bemitleiden mich nicht, wenn ich in Selbstzweifel versinke. Sie öffnen ihr Herz, auch wenn ich mich mal ungerecht oder hartherzig war. Sie sind von mir abhängig und doch völlig unabhängig in ihrem Sein. Sie haben kein Zeit-, sondern ein Raumbewußtsein. All das führt dazu, dass ich nicht in einem vorgefertigten lebensmuster erstarren kann. Sie halten mich lebendig, einfach weil sie mir zeigen, dass Lebendigkeit Freiheit ist.

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